Der Westerturm ist ein, auf qudratischem Grundriss, aus Sandsteinquadern aufgemauerter Turm mit einer eigenwillig gedrehten und verschieferten Turmspitze.
Bei dieser Turmverdrehung gingen Baufachleute zunächst von einer durch den Zimmermeister beabsichtigten konstruktiven Umsetzung des markanten Turmhelmes aus. Eine Untersuchung aus dem Jahre 1949 konnte jedoch den Nachweis erbringen, dass es sich um eine nachträgliche Verformung des Turmhelms handelt. Dies konnte in der statischen Voruntersuchung, die der jetzigen Sanierung voran ging, bestätigt werden.
Dem Dachwerk fehlten nach der Fertigstellung - wie sie bei gotischen Turmhelmen zwischen den inneren Tragsparren (Beisparren) in der Dachfläche angeordnet wurden - alle Schwerter und Andreaskreuze. Infolgedessen sind die Kehlgebälke gegeneinander verdrehbar. Die sonderbare Verbiegung der Helmkanten ist entstanden durch die Einwirkung des Eigengewichtes des Dachwerks und der Dachhaut. Begünstigt und verstärkt wurde die Verformung des Turmwerks, indem man aus Sparsamkeit bei der Reparatur nach Blitzeinschlägen nur die Sparrenspitzen bis zum obersten Kehlgebälk erneuerte und die neuen Stücke auch noch alle in gleicher Höhe und nicht versetzt an die alten Sparren anblattete, die somit geradezu wie Gelenke wirkten.
In dem im Jahr 1989 von der Stadt Duderstadt erworbenen, dem Westerturm östlich angrenzenden über die Stadtmauer gebauten Gebäude, war der Zugang zum Westerturm verborgen. Mit dem Erwerb des Gebäudes war die Vorstellung verbunden, den Westerturm allgemein zugänglich zu machen. Überraschend wurde in der danach durchgeführten Bauhistorischen Untersuchung festgestellt, dass im Gebäude das einzige erhaltene Stück der Stadtmauer in ursprünglicher Höhe versteckt war. Kurios war die im Erdgeschoss mit Stahlstützen unterfangene Mauer, die in den 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts zur Schaffung eines Ladens abgebrochen worden war.
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